Im DSF oder auf Eurosport ist beinah täglich das Pokerspiel der Profis zu bewundern. Deren System ist perfekt, die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen genau kalkuliert und die Handlungen absolut vorhersehbar, wenn man die Karten der Spieler schon kennt. Worum es dabei jedoch vorrangig geht, ist das große Geld, um das gespielt wird. Wenn viele tausend Euro zu gewinnen sind, ist zwar der Ehrgeiz besonders groß, mit Spaß und Entspannung hat diese Art von Poker allerdings wenig zu tun.
Natürlich kann man sich von der Technik und der Erfahrung der Profis eine große Scheibe für den eigenen Erfolg beim Pokern abschneiden. Der einzige Erfolg, der dabei jedoch als Gradmesser dient, ist der finanzielle Gewinn, der aus dem Poker mit Freunden und Bekannten gezogen wird. Dass das allerdings nicht der einzige Gewinn ist, für den man Poker spielt, gerät heute von vielen Spielern immer mehr in Vergessenheit. Denn der Hauptgrund, warum der Poker im vergangenen Jahrzehnt einen derartigen Erfolgslauf hinlegen konnte, liegt nicht darin, dass die Bevölkerung urplötzlich ein Fable für Glücksspiel entwickelt hat, sondern darin, dass gerade bei Texas Hold’Em no-limit Poker der gesellschaftliche Aspekt des Spiels im Vordergrund steht. Ähnlich wie in vergangenen Zeiten beim Tarock oder bei Bridge geht es nicht in erster Linie darum, möglichst viel Gewinn zu erzielen, sondern darum das Spiel als gemeinsame Aktivität zu genießen und Spaß am Zocken zu haben. Klarerweise ist bei Poker der Glücksfaktor höher einzustufen, als bei den oben genannten Spielen – nichtsdestotrotz gilt beim Poker weiterhin die Faustregel, dass man Geld hauptsächlich dazu benötigt, um etwas zu haben, um das es zu spielen gilt.
Daraus lässt sich schließen: Wenn der Fehler begangen wird, den Poker nur mehr als „Geldverdienen“ zu sehen, und der Spaß auf der Strecke bleibt, wird es nicht mehr lange dauern, bis man sich nach neuen Pokerpartnern umsehen muss.












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